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Schließanlagen und ihre Aufgaben

In der Deutschen Norm DIN 18252/18254 Ausgabe März 1991 ist der Begriff Schließanlage genau definiert: "Eine Schließanlage ist die Kombination von Schließzylindern und zugehörigen Schlüsseln unterschiedlicher Schließungen und/oder unterschiedlichen Schlüsselprofilen, die miteinander in funktionellem Bezug stehen." Die Aufgabe einer Schließanlage liegt darin, ein Objekt in verschiedene Bereiche zu unterteilen. Der Nutzer hat die Möglichkeit, seine Anlage so zu gestalten, dass bestimmte Bereiche nur von bestimmten Personen geschlossen werden. Der hohe Komfort liegt darin, eine Anlage in Zuständigkeitsbereiche und Schließberechtigungen sauber zu trennen.

Ein einfaches Beispiel einer Schließanlage wäre folgendermaßen denkbar: Zwei Schließzylinder mit unterschiedlichen Schließungen, die jeweils nur mit ihren eigenen auch untereinander verschiedenen Schlüssel geschlossen werden können. Für beide Schließzylinder wird ein gemeinsamer übergeordneter Schlüssel, der sogenannte Hauptschlüssel eingerichtet. Die kleinste denkbare Hauptschlüsselanlage.

Des weiteren möchte man mit Schließanlagen eine hohe Sicherheit erzielen. Alle Schließanlagen werden heute mit Sicherungskarten ausge- liefert. Sie dienen dem Nutzer als Ausweis und ermöglichen ihm, über den Fachhandel Schließzylinder und Schlüssel zu der jeweiligen Schließanlage zu bestellen.

 

Was gibt es für verschiedene Arten von Schließanlagen?

1) Zentralschließ-Anlage (Z)

2) Zentralschließ-Anlage mit technischem Hauptschlüssel (Z-HS)

3) Hauptschlüssel-Anlage (HS)

4) Generalhauptschlüssel-Anlage (GHS)

5) Sperrschließung "codierte Einzelschließung als Gleichschließung"

 

 

ZENTRAL-SCHLIESSANLAGEN

Bei dieser Anlagenart gibt es beliebig viele und unter- schiedliche Zylinder (Schließungen). Die Schlüssel dieser Zylinder schließen den Zentralzylinder. Oft werden auch die sog. (Z-HS-Anlagen) verwendet. Dies sind Anlagen, die einen technischen Schlüssel besitzen der nur die zentralen- und die technischen Räume schließt.
Anwendungsgebiete: Mehrfamilienhäuser, Siedlungshäuser, Eigentumswohnungen etc.


HAUPT-SCHLÜSSELANLAGE

 

Bei dieser Anlagenart gibt es eine Vielzahl verschieden schließender Zylinder. Die jeweiligen Einzelschlüssel schließen grundsätzlich nicht die anderen Schließzylinder. In seltenen Fällen kommt es zu Mitschließungen. Ein Hauptschlüssel ist dieser Anlage übergeordnet. Dieser HS-Schlüssel schließt in der Regel alle Zylinder, die sich in der Anlage befinden. Gleichschließende- und Zentral- zylinder sind selbstverständlich in die Anlage zu integrieren.
Anwendungsgebiete: Kleine Büros, Einfamilienhäuser, Fabrikgebäude, Schulen, Geschäfte, Gaststätten, kommunale Einrichtungen etc.


GENERALHAUPTSCHLÜSSEL-ANLAGE

 

Bei dieser Anlagenart gibt es mehrere Hierarchien oder Berechtigungsebenen. In ihr gibt es beliebig viel verschie- den schließende Zylinder. Man kann sagen, dass es hier mehrere kleine Hauptschlüssel-Anlagen gibt mit zusätz- licher Hierarchieabstufung. Ein Geralhaupt-Schlüssel ist dieser Anlage übergeordnet. Dem GHS können verschie- dene HGS, GS und ES untergeordnet sein. Auch der GHS kann aus bestimmten Zylindern genommen werden. Dies ist besonders wichtig für Technikräume mit hoch- spannungsführenden Geräten, die nur von speziell aus- gebildeten oder autorisierten Personen betreten werden dürfen. Die GHS-Anlage kann natürlich wieder als Mischform aus mehreren zentralen- und gleichschließen- den Zylindern bestehen.
Anwendungsgebiete: Verwaltungs- und Werksgebäude, Geldinstitute, Hotels, Sanatorien, Schulen, Universitäten etc.


PROFILANSICHT EINES DOPPELZYLINDERS